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71. Sitzung

18.10.2024

Debatte

Hintergrund

Die Novelle des Klimaschutzgesetzes ist ein zentraler Bestandteil der Bemühungen Schleswig-Holsteins, die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen. Sie setzt ambitionierte Ziele, darunter eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien, Einführung von Wärmeplänen und Emissionsfreiheit im Nahverkehr. Die Gesetzgebung spiegelt den Konsens zwischen Klimazielen und regionaler Machbarkeit wider.

Pro

  • Das Gesetz schafft einen Rahmen für Schleswig-Holsteins Klimaneutralität bis 2040, einschließlich der Einführung strengerer Standards für Wärmeplanung und erneuerbare Energien. (S. 5337)
  • Das Gesetz bietet kleinere Kommunen vereinfachte Verfahren und ermöglicht Gemeinden, Wärmeplanung gemeinschaftlich durchzuführen. (S. 5338)

Kontra

  • Die vorgeschlagenen PV-Pflichten erhöhen die Baukosten und schaffen finanzielle Belastungen für Bauherren. (S. 5345)
  • Das Gesetz schafft zusätzliche Bürokratie und belastet kleinere Gemeinden, die oft nicht die nötigen Ressourcen für Wärmeplanung haben. (S. 5346)

Hintergrund

Die Drucksache 20/2610 ist ein Änderungsantrag der SPD zur Novelle des Klimaschutzgesetzes. Ziel war es, die Akzeptanz von Wind- und Solarprojekten durch verpflichtende finanzielle Beteiligung der Kommunen und Bürger zu erhöhen. Der Antrag wurde kontrovers diskutiert, wobei Kritik an der potenziellen Belastung für Investoren und dem bürokratischen Mehraufwand geäußert wurde. Letztlich wurde der Antrag abgelehnt.

Pro

  • Der Änderungsantrag schafft eine verpflichtende Beteiligung von Kommunen und Bürgern an den Gewinnen von Wind- und Solarprojekten, um die Akzeptanz zu erhöhen. (S. 5343)
  • Die vorgeschlagene Regelung sorgt für soziale Gerechtigkeit und berücksichtigt die Interessen der betroffenen Anwohner. (S. 5344)

Kontra

  • Die verpflichtende Abgabe von Gewinnen könnte Investoren abschrecken und bürokratische Hürden schaffen. (S. 5345)
  • Die Abgrenzung von Zahlungsverpflichtungen für erneuerbare Energien im Vergleich zu anderen Bauprojekten ist ungerechtfertigt. (S. 5347)

Hintergrund

Die Drucksache 20/2467 zielt darauf ab, die Wärmewende durch eine verstärkte Digitalisierung zu unterstützen. Der Vorschlag beinhaltete die Erstellung eines zentralen digitalen Rahmens, der Daten zu Geothermie, Fernwärmenetzen und Wärmebedarf kombiniert. Die Befürworter argumentierten, dass dies die Planung und Umsetzung erheblich verbessern könnte. Kritiker wiesen darauf hin, dass viele Funktionen bereits durch existierende Systeme wie den DigitaleAtlasNord abgedeckt werden. Der Antrag wurde nach kontroversen Diskussionen abgelehnt.

Pro

  • Der Antrag fordert, vorhandene und neue Daten landesweit zu nutzen, um die Wärmewende durch digitale Rahmenpläne effektiver zu gestalten. (S. 5343)
  • Ein zentraler digitaler Atlas kann die Planung und Umsetzung von Wärmeprojekten erheblich beschleunigen. (S. 5344)

Kontra

  • Viele der geforderten Daten und Werkzeuge, wie der DigitaleAtlasNord, existieren bereits und erfüllen die benötigten Funktionen. (S. 5347)
  • Ein solches Vorhaben könnte unnötigen administrativen Aufwand schaffen, ohne tatsächlichen Mehrwert zu liefern. (S. 5345)

Hintergrund

Die Drucksache 20/2573 behandelt die Einführung eines umfassenden Wolfsbestandsmanagements, um die zunehmenden Konflikte zwischen Menschen und Wölfen zu lösen. Der Antrag thematisiert den Schutz von Nutztieren sowie die Regulierung der Wolfsbestände. Während einige Fraktionen die Notwendigkeit eines Managements betonen, sehen andere den Fokus zu stark auf Abschüssen und fordern alternative Schutzmaßnahmen. Der Antrag wurde teilweise angenommen, wobei einige Maßnahmen zur Verbesserung in den Ausschuss überwiesen wurden.

Pro

  • Ein effektives Wolfsmanagement schützt Nutztiere und gewährleistet ein besseres Zusammenleben von Mensch und Natur. (S. 5351)
  • Die zunehmende Zahl von Wolfsübergriffen erfordert schnelle und flexible Maßnahmen für den Herdenschutz. (S. 5352)

Kontra

  • Ein umfangreiches Wolfsmanagement ist unnötig, da bestehende Schutzmaßnahmen ausreichend sind. (S. 5353)
  • Der Antrag fokussiert zu stark auf Abschüsse, anstatt alternative Schutzmaßnahmen wie Zäune und Herdenschutzhunde zu fördern. (S. 5354)

Hintergrund

Die Drucksache 20/2552 zielt darauf ab, einen zusätzlichen BAföG-Auszahlungstermin zu pilotieren, um die finanzielle Planungssicherheit der Studierenden zu erhöhen. Die Befürworter argumentieren, dass dies ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des BAföG-Systems sei, während Kritiker auf administrative Herausforderungen und die Notwendigkeit umfassenderer Reformen hinweisen. Der Antrag wurde nach ausführlicher Diskussion angenommen.

Pro

  • Ein zusätzlicher Auszahlungstermin für das BAföG würde die finanzielle Flexibilität der Studierenden verbessern und unerwartete finanzielle Engpässe vermeiden. (S. 5360)
  • Die Maßnahme erhöht die Attraktivität und Effizienz des BAföG-Systems und unterstützt Studierende mit begrenztem finanziellen Hintergrund. (S. 5363)

Kontra

  • Ein zusätzlicher Auszahlungstermin würde zu administrativen Mehraufwänden führen, ohne den Gesamtnutzen signifikant zu erhöhen. (S. 5363)
  • Die Reform ist nur eine kosmetische Verbesserung und lenkt von den grundsätzlichen Problemen des BAföG-Systems ab. (S. 5364)

Hintergrund

Die Marschbahn verbindet Nordfriesland mit dem Rest des Landes und ist eine der wichtigsten Bahnstrecken für Tourismus und Pendler. Der Antrag auf Ausbau zielt darauf ab, Verspätungen zu reduzieren und die Strecke zu modernisieren, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Unterstützer heben die Bedeutung der Strecke für Wirtschaft und Umwelt hervor, während Kritiker die hohen Kosten und die langfristige Planung bemängeln.

Pro

  • Der Ausbau der Marschbahn ist entscheidend für die Verbesserung der Anbindung Nordfrieslands und stärkt den Tourismus und die Wirtschaft in der Region. (S. 5370)
  • Eine Modernisierung der Strecke reduziert Verspätungen und macht den Schienenverkehr umweltfreundlicher und zuverlässiger. (S. 5371)

Kontra

  • Die finanziellen Mittel könnten effizienter in andere Verkehrsprojekte investiert werden, die größere Probleme lösen. (S. 5373)
  • Der Ausbau ist langfristig angelegt und bietet keine sofortigen Lösungen für aktuelle Verkehrsprobleme. (S. 5374)

Hintergrund

Die Drucksache 20/2596 ist eine Sammeldrucksache gemäß § 63 Absatz 1a der Geschäftsordnung. Sie dient dazu, kleinere und weniger kontroverse Themen gebündelt abzustimmen, um Zeit und Ressourcen zu sparen. Die Befürworter heben die Effizienz und Entbürokratisierung hervor, während Kritiker die Gefahr sehen, dass Sammeldrucksachen Transparenz und eine gründliche Einzelprüfung beeinträchtigen könnten. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen.

Pro

  • Die Sammeldrucksache ermöglicht es, kleinere, konsensfähige Themen effizienter und zügiger abzuhandeln. (S. 5380)
  • Die Vorgehensweise reduziert Bürokratie und steigert die Effizienz des parlamentarischen Betriebs. (S. 5381)

Kontra

  • Durch Sammeldrucksachen könnte die Einzelprüfung von wichtigen Themen verwässert werden. (S. 5383)
  • Es besteht das Risiko, dass kontroverse Punkte in Sammeldrucksachen versteckt werden. (S. 5384)

Abstimmungen

Drucksache 2610

Änderungsantrag der SPD zur Novelle des Klimaschutzgesetzes

abgelehnt

Drucksache 2610

SPD

CDU/CSU

FDP

GRÜNE

Drucksache 2467

Antrag zur digitalen Grundlage für die Wärmewende

abgelehnt

Drucksache 2467

SPD

CDU/CSU

GRÜNE

FDP

Drucksache 2552

Pilotierung eines zusätzlichen BAföG-Auszahlungstermins

angenommen

Drucksache 2552

CDU/CSU

SPD

GRÜNE

SSW

FDP

Drucksache 2596

Sammeldrucksache gemäß § 63 Absatz 1a der Geschäftsordnung

angenommen

Drucksache 2596

SPD

GRÜNE

CDU/CSU

SSW

FDP